GIS und Küste
Bei der
Ermittlung von Überflutungsflächen, sei es im Hochwasserbereich von
Flüssen oder im Hinterland an der Tideküste, wird häufig eine einfache
Verschneidung der Topographie mit dem im Überflutungsfall erwarteten
Wasserstand vorgenommen. Zur
Bewertung des Schadenpotenzials bzw. Risikos werden dabei meist
keine hochaufgelösten räumlichen Daten verwendet, sondern
Gemeindestatistiken, evtl. in Kombination mit der Bewertung einzelner
großer Unternehmen herangezogen. Diese
Methoden verzerren jedoch das tatsächliche Bild des Ereignisses, da die
Dynamik der Flut nicht adäquat wiedergegeben wird. Mit Hilfe
zweidimensionaler dynamischer Überflutungssimulationen (im Bild unten
mit Hilfe des Modells MIKE 21 HD) und der GIS-gestützten Analyse des
Risikos im Hinterland (im Bild unten mit Hilfe von ArcVie GIS und der
Erweiterung Gridmachine) können die Auswirkungen einer
Hochwasserkatastrophe hingegen viel konkreter abgeschätzt werden,
wodurch beispielsweise die Rückversicherung von Hochwasserschäden und
effektiver Katastrophenschutz erst ermöglicht werden.

Abb.: Risikokartierung für den
Fall eines Deichbruchs bei Waddensersiel (Quelle: WEIGEL/MAI 2002, in: Geographische
Rundschau, Heft
12, S. 46)
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Johannes Weigel, Aug. 15, 2004